im Rahmen des Projektes Schriftspracherwerb gehörloser Menschen zur Förderung inklusiver Teilhabe am Arbeitsmarkt

Typografie-Projekt zur GebärdenSchrift

Lässt sich die GebärdenSchrift noch weiter verbessern? Wir finden sie ja ganz toll – aber ein bisschen hübscher könnte sie schon noch sein. Lesen Sie hier, was sich zur Zeit in ästhetischen Dingen tut.

Typografieprojekt
Janina, Paul und Artur bei der Gestaltung von Handsymbolen

Seit dem Herbst 2012 arbeiten die drei Design-Studenten Janina Lentföhr, Paul Rutrecht und Artur Neufeld gemeinsam mit unserem „Techie“ Joachim Nitschke an einem neuen Font für die GebärdenSchrift. Joachim studiert Informatik an der Uni Hamburg. Janina, Paul und Artur studieren Kommunikationsdesign an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg.

delegs: Wie kam die Zusammenarbeit mit delegs zustande?
Joachim: Mein Nebenfach Interaktionsdesign führte mich an die HAW. Als ich dort einen Kurs über Type Design absolvierte, kam mir die Idee für die Zusammenarbeit.
Janina: Joachim stellte das Thema in unserem Kurs vor und suchte nach Designern, die ihn unterstützen würden. Die Arbeit an einer solch außergewöhnlichen Schrift und das interdisziplinäre Umfeld gefielen uns sofort. Gerade die Zusammenarbeit mit den Pädagogen und Informatikern finde ich besonders spannend, denn im Studium erhalten wir meist nur Feedback von Personen der eigenen Fachrichtung. Dabei ist es häufig nicht leicht, die Brücke zwischen gestalterischen und anwendungsspezifischen Aspekten zu schlagen.

delegs: Was fasziniert euch an dem Thema GebärdenSchrift?
Paul: Zunächst einmal ist der Kontext sehr interessant. Mir war vorher nicht bewusst, dass die Gebärdensprache eine so eigenständige Sprache ist und viele Gehörlose Deutsch wie eine Fremdsprache erlernen müssen. Darüber hinaus ist das Thema auch aus typografischer Sicht extrem spannend: Normalerweise beschäftigen wir uns hauptsächlich mit der lateinischen Schrift, eine sehr alte Schrift mit vielen Regeln und Konventionen. Bei der noch sehr jungen GebärdenSchrift betreten wir dagegen typografisches Neuland.

delegs: Was sind die Ziele eures Projektes?
Janina: Innerhalb der Schrift findet man häufig verschiedene grafische Stile, was sich zum Beispiel in unterschiedlichen Strichstärken äußert. Man hat das Gefühl, die Symbole wurden nicht gemeinsam, sondern unabhängig voneinander entworfen. Das wollen wir mit unserem neuen Font verbessern. Darüber hinaus möchten wir Vorschläge machen, wie man einige Symbole an sich intuitiver lesbar gestalten könnte.
Joachim: Im delegs-Editor möchten wir den neuen Font dann gerne als zusätzliche Alternative zum aktuellen Font anbieten, so dass jeder wie in einem „normalen“ Textverarbeitungsprogramm die Schriftart auswählen kann, die ihm am besten gefällt.

delegs: Danke für das Gespräch und viel Erfolg! Wir sind sehr auf Eure Ergebnisse gespannt!